Taco Tuesday – Animation in der Küche

Berlin für Erlebnishungrige

taco night, gidsy

Berlin, Pankow. In einer kleinen Erdgeschosswohnung drängen Luise und ich uns mit sieben Fremden um einen Holztisch. Tomaten, Avocado, Knoblauch, Koriander, Ananas und Mango liegen bereit. Alle schnippeln eifrig, doch die Gespräche fließen noch zäh.

Director of Fun

Natalie, eine energische End-Zwanzigerin aus Kalifornien, hat via Gidsy eingeladen zum Taco-Tuesday. Sie lernt gerne neue Leute kennen, bringt Fremde zusammen und teilt ihr Wissen, antwortet sie auf meine Frage, warum sie einen Haufen Fremder zu sich nach Hause einlädt. Umstände scheinen ihr solche Einladungen nicht zu bereiten. Sie empfängt die Gäste ungeschminkt, in Hausschuhen, gemütlicher Stoffhose und schwarzem T-Shirt, auf dessen Vorderseite in weißen Buchstaben “Soundcloud” prangt.

“Jeder stellt sich jetzt vor, sagt zwei bis drei Sätze zu seiner Person und seiner Erfahrung mit Tacos.” bestimmt Natalie. “Du fängst an.” Sie hat viele Sommer als “Director of Fun” in amerikanischen Jugendcamps gearbeitet.

taco night, gidsy

Der von Natalie Auserkorene heißt Giacomo und kommt aus Italien. Seit November ist er in Berlin und kennt noch nicht so viele Leute, mit Hilfe von Gidsy möchte er das ändern. Ähnlich international geht es weiter: Um den Tisch sitzen zwei Kanadierinnen, drei Deutsche, die amerikanische Gastgeberin und natürlich Luise und ich. Wir alle sind zwischen 25 und 35 Jahren.

Nach der Vorstellung ist das Eis gebrochen. Hungrig schichtet die Gruppe Tomaten, Avocado und Mango in die Maismehl-Tortillas und versucht zu enträtseln, welchen Fisch Natalie ihnen auftischt. Die Deutschen glauben es ist Stör. Natalie weiß nur, dass es ein weißer Fisch ist und eine der Kanadierinnen bringt den Ausdruck “Hagfish” ins Spiel, mit dem keiner der nicht-englischen Muttersprachler etwas anfangen kann.

taco night, gidsy

Sämtliche Bemühungen die Tacos manierlich zu essen scheitern und während Jörg sich genüsslich mit den Fingern Fischbrocken in den Mund schiebt, erzählt seine Freundin Ann, wie sie “the German” während seines Auslandssemesters in Montreal kennen gelernt hat.

Am anderen Ende des Tisches wird mittlerweile italienisch gesprochen. Luise und Giacomo sind sich einig – Tacos sind zwar lecker, doch es geht nichts über die italienische Küche.

Twitternamen statt Telefonnummern

Drei Stunden und zahlreiche Anekdoten später stehen alle neun Teilnehmer auf der Straße weit oben im Norden Berlins. Anstelle von Telefonnummern tauscht die digitale Generation standesgemäß Twitter- und Facebooknamen und die Webadressen zu ihren jeweiligen Blogs aus.

Hanna, eine der Deutschen, guckt sich nachdenklich um. Sie war noch nie in Pankow, normalerweise verlässt sie ihren Bezirk nur selten. “Es fühlt sich ein bisschen an wie Urlaub oder wie während meines Studienaufenthaltes im Ausland. Neue Leute, neue Eindrücke und eine Gegend, in der ich mich nicht auskenne.”

Infos zu Taco Tuesday

Die Tour ist buchbar über gidsy.com

Kosten: 8 Euro pro Person
Dauer: ca. 3 Stunden
Teilnehmer: min. 7 – max. 15
Findet ca. einmal im Monat an einem Dienstag statt. Für aktuelle Termine, die Website checken.

drivenow

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